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Rückblick auf 2010 mit Stand vom 22.03.2010

Diese Seite wurde letztmals am 22.03.2010 aktualisiert. Die Seite dient als Archiv und ermöglicht einen Rückblick für den Zeitraum 2006-2010. Viele Hyperlinks sind im Laufe der Jahre veraltet und daher nicht mehr erreichbar.

Unterstützung durch die politischen Parteien

Der Widerstand gegen eine sachlich unbegründet erscheinende Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg erhält Unterstützung durch

Bündnis90/Die Grünen (Wolfsburg)
Bürgerinitiative Braunschweig BIBS (Braunschweig)
Die Linke (Braunschweig)

In der Braunschweiger SPD spricht sich die Basis in Ortsvereinen der SPD ebenfalls gegen die beabsichtigte Verlängerung der Start-/Landebahn des Braunschweiger Flughafens aus, die Fraktion der SPD im Rat der Stadt Braunschweig (Mitglieder: Pesditschek, Hübner, Winter, Kükelhan, Dobberphul, Evers-Ohlms, Flake, Graffstedt, Grigat, Johannes, Jordan, Kühn, Möreke, Palm und Seiffert) hält jedoch noch immer an dem weiterhin unsinnig erscheinenden Vorhaben fest.

Vorwort

Lesen Sie  als Hintergrund-Information:

VOLKSWAGEN - In einer Randgesellschaft
Die Plünderung des Amazonasgebietes und die VOLKSWAGEN - Fazenda
 
und beachten Sie: Vergleichen Sie das Gelesene mit der geplanten Fällung von 60.000 Bäumen vor der Haustür der Volkswagen AG.

Februar 2010

Demonstrationen

Die gegenwärtige Situation beim Ausbau des Braunschweiger Flughafens ist geprägt durch tägliche Demonstrationen gegen das immer unsinniger erscheinende Projekt und gegen die damit zusammenhängenden und mittlerweile begonnenen Abholzungen im Querumer Forst. Die um 15 Uhr beginnenden Demonstrationen werden dankenswerterweise täglich durch Glockengeläut der Waggumer Kirche St. Petri Johannis um 14:45 Uhr eingeläutet. Die Unterstützung des dem Gemeinwohl dienenden Anliegens der Bürgerinnen und Bürger durch die örtlichen Kirchengemeinden wird außerordentlich begrüßt und macht Mut. Berichte über die Aktionen sind aktuell unter Braunschweig-online.net und unter Waggum.de zu finden.

Solidaritäts-Biwak

Vom 15. bis 17.1.2010 fand ein Solidaritäts-Biwak nahe der Rodungsfläche für den Ausbau des Braunschweiger Flughafens statt, das regen Zulauf fand und das das Medieninteresse an den fatalen Abholzungen erheblich verstärkt hat. "Der Schutz der biologischen Vielfalt hat dieselbe Dimension wie die Frage des Klimaschutzes. Wir brauchen eine Trendwende, jetzt unmittelbar, nicht irgendwann" mahnte am 11.1.2010 die Bundeskanzlerin. Derartige Mahnungen gehen offensichtlich an der Braunschweiger Christlich-Demokratischen Union und ihren Mitläufern FDP und SPD spurlos vorbei. Kein Wunder, dass mittlerweile Christen und Demokraten gegen das Hintertreiben des weltweiten und nationalen gesellschaftlichen Anliegens aufgrund kommunaler Unfähigkeit auf die Strasse gehen.

Volkswagen AG: Die biologische Vielfalt sichern

Auch die Volkswagen AG lässt sich beim Erhalt der biologischen Vielfalt nicht lumpen:Im Mission Statement der Volkswagen AG ist unverändert zu lesen: "Als globales Unternehmen setzt sich der Volkswagen-Konzern an allen seinen Standorten gleichermaßen für die Belange des Artenschutzes ein. Wir respektieren Sinn und Zweck von geschützten Biotopen. Ausgewiesene Naturschutzgebiete und Nationalparks dürfen wirtschaftlich nicht genutzt werden." Der Volkswagen-Konzern hat einen Standort in Braunschweig. Das von einem Ausbau des Braunschweiger Flughafens betroffene Gebiet ist ein hoch geschütztes Natura-2000-Gebiet der EU. Der Volkswagen-Konzern ist der zweitgrößte Gesellschafter der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH.

Was sagt die Ratsvorsitzende der EKD?

Die Landesbischöfin der Evangelisch-lutherische Landeskirche und Vorsitzende des Rates der EKD, Frau Dr. Margot Käßmann, wurde mit einem Hilferuf am 27.12.2009 dringend gebeten, sich in Politik, Verwaltung und Wirtschaft für ein Moratorium in der fortschreitenden Waldvernichtung auf kirchennahem Grund beim Ausbau des Braunschweiger Flughafens einzusetzen. Als auf diesen Hilferuf keine Reaktion erfolgte, erklärte auf Anfrage deren Sekretariat am 18.1.2010 in einem Telefongespräch: In ihrer Neujahrspredigt über Johannes 14,1 (Jahreslosung 2010) empfiehlt Frau Dr. Käßmann: "Liebe Gemeinde, "Euer Herz erschrecke nicht", das ist die zentrale Botschaft der Losung für das Jahr 2010." Was die erschrockenen Bürgerinnen und Bürger Braunschweigs davon halten, sei dahingestellt. Und weiter: "Erinnern wir uns an den Klimagipfel in Kopenhagen - das kann nicht schöngeredet werden: Die Verhandlungen sind gescheitert an mangelndem Mut, an mangelnder Entschlossenheit und am Egoismus vieler. Das ist nicht nur blamabel, sondern dramatisch. Denn nur durch gemeinsames Handeln aller Staaten können wir den Planeten Erde bewahren für nachwachsende Generationen. Nichts ist gut in Sachen Klima, wenn weiter die Gesinnung vorherrscht: Nach uns die Sintflut! Da ist Erschrecken angesagt." Na und? Erschrecken wir nicht und halten wir uns besser an unsere bürgernahen Ortskirchen, Synagogen und Moscheen.

Information und Desinformation

Die Bürgerinitiative Braunschweig und die Bürgerinitiative BaumSchutz informieren weiterhin an ihren Informationsständen samstags vor der Buchhandlung Graff oder auf dem Kohlmarkt über die Situation am Braunschweiger Flughafen. Es zeigt sich, dass viele Bürgerinnen und Bürger dabei von der größten Umwelt- und Naturkatastrophe in Braunschweig nach dem 2. Weltkrieg zum ersten Mal erfahren - sicherlich ein Ergebnis der Informationspolitik des Braunschweiger Rathauses und der ehemaligen Braunschweiger Monopolpresse.

Letztere versucht offenbar, trotz mehrerer Hinweise folgende Tatsache vor den Braunschweiger Bürgerinnen und Bürgern verborgen zu halten: Im Januar 2009 hatte das Land Niedersachsen seinen Rückzug aus der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH bekannt gegeben und dazu eine Begründung geliefert: "Das Land soll sich gemäß § 65 Abs. 1 LHO an Unternehmen des privaten Rechts nur beteiligen, wenn ein wichtiges Landesinteresse vorliegt. Die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH ist lediglich Betreiber des Flughafens. Ein wichtiges Landesinteresse an der Betreibergesellschaft ist aufgrund der regionalen Bedeutung des Flugbetriebs nicht gegeben. Ein Anteilsverkauf ist folglich aus ordnungspolitischen Gründen geboten." Auf der Webseite der Flughafengesellschaft wird dementsprechend das Land Niedersachsen auch nicht mehr als Gesellschafter angeführt.

Trotzdem verschweigt die ehemalige Braunschweiger Monopolpresse im Gegensatz zur Bürgerzeitung "Unser-Braunschweig" weiterhin das nicht vorhandene Landesinteresse an der Flughafengesellschaft und setzt mit folgender Falschmeldung: "Die Stadt hält bekanntlich mit Wolfsburg, dem Land Niedersachsen und Volkswagen die Anteile der Flughafen GmbH." (Braunschweiger Zeitung vom 15. Januar 2010, Seite 15) noch einen drauf.

Unterstützung durch Robin Wood

Am Samstag, den 16. Januar 2010, lud die Volkswagen AG zum Galadiner "Gaumenfreude und Klassik" in die Gläserne Fabrik in Dresden. ROBIN WOOD-AktivistInnen verteilten Flugblätter "Kettensägen und Beton statt Gaumenfreude und Klassik" an die Gäste und spannten ein Transparent "Stoppt VW. Rettet 60.000 Bäume" (mit freundlicher Genehmigung durch ROBIN WOOD).


Quelle: Robin Wood

Allen Aktivistinnen und Aktivisten herzlichen Dank für diese gelungene Aktion!

Unterstützung durch den Arbeitskreis Fluglärm Mainz-Lerchenberg

Herzlichen Dank auch an Arbeitskreis Fluglärm Mainz-Lerchenberg für ein Schreiben vom 11.1.2010 an Herrn Umweltminister Röttgen:

Sehr geehrter Herr Umweltminister Röttgen,
in Ihrer Mitteilung im BMU Pressedienst Nr. 001/10 -- Internationales/ Natur sagen Sie eingangs sehr richtig:

"Naturschutz ist kein Luxus. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser oder Medikamente. Insekten sichern unsere Ernten, indem sie Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Wälder schützen uns vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid und wirken damit gegen den Klimawandel. Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selbst um unsere Existenz- und Wirtschaftsgrundlage".

Es wäre schön, wenn Sie und unserer aller Frau Bundeskanzlerin das ernst meinen würde. Mit Unterstützung von Frau Dr. Merkel wurde das Infrastrukturbeschleunigungsgesetz verabschiedet und rechtskräftig. Dies erlaubt Natur bereits zu zerstören, bevor endgültige Rechtskraft hergestellt worden ist. Auf dieser Basis hat Fraport im Jahr 2009 über 200 Hektar hochwertigen Wald und FFH-Schutzgebiet zerstört, um mit dem Bau einer volkswirtschaftlich völlig unsinnige Flughafenerweiterung beginnen zu können.

Jetzt wurde im Querumer Forst bei Braunschweig mit der Rodung von 60.000 zum Teil 200 Jahre alten Bäumen begonnen um den zwei Unternehmen, VW und DLR, einen riesigen Privatflughafen zur Verfügung zu stellen. Die wenigen Flüge mit größeren Maschinen könnte ebenso vom Flughafen Hannover aus abgewickelt werden. Für den bisherigen Verkehr reicht der bestehende Flughafen völlig aus. Wenn Sie die Aussagen in Ihrer Mitteilung des Pressedienstes ernst meinen, überzeugen Sie unsere Frau Bundeskanzlerin, dass diese Naturvernichtung sofort gestoppt wird.

Wir können es uns nicht leisten immer mehr hochwertigen Wald zu vernichten, der uns hilft die bereits bestehenden Schäden zu reduzieren. Wir können es uns ganz besonders deshalb nicht leisten, weil wir von den Entwicklungsländern erwarten, dass sie die Umweltzerstörung ihrerseits beenden.

Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Elsner
Sprecher des Arbeitskreises Fluglärm Mainz-Lerchenberg
Mitglied der Initiativen Fluglärm in Mainz und Rheinhessen

Unterstützung durch Die Linke, Braunschweig

Herzlichen Dank auch an Die Linke, Braunschweig

Adresse an die Bürgerinitiativen gegen den Flughafenausbau

Braunschweig, den 18. Januar 2010
Die LINKE.Braunschweig erklärt sich solidarisch mit Ihrem/Eurem Protest gegen die begonnene Abholzung des Querumer Forstes. Euer/Ihr Einsatz vor Ort hat dazu beigetragen, die Folgen der Abholzung der Braunschweiger Öffentlichkeit vor Augen zu führen und Hunderte von Menschen haben sich in den letzten Tagen an diesem Protest beteiligt, darunter natürlich auch Mitglieder unserer Partei. 
CDU/FDP und SPD sowie dem Oberbürgermeister soll deutlich gemacht werden, dass die Flughafenerweiterung nicht dem Allgemeinwohl dient.

Wir wünschen dazu den vor Ort Demonstrierenden Kraft und Erfolg.

Für den Kreisvorstand und die Ratsfraktion 
Gisela Ohnesorge
(Kreisvorsitzende, stellv. Fraktionsvorsitzende)

Der Braunschweiger Flughafen und die Rolle des Bezirksbürgermeisters Kliesch (Bienrode/Waggum/Bevenrode)

Der Stadtbezirksrat Bienrode-Waggum-Bevenrode hatte im November 2002 einer Verlängerung der Start- und Landebahn des Braunschweiger Flughafens unter der Bedingung zugestimmt, dass die aufgrund der Verlängerung zu unterbrechende Grasseler Strasse durch eine Untertunnelung der querenden Bahn weiterhin befahrbar bleibt. Später teilte die Stadt Braunschweig mit, dass die Tunnellösung wegen der hohen Kosten nicht realisiert wird. Daraufhin nahm der Stadtbezirksrat Bienrode-Waggum-Bevenrode am 8.6.2004 folgenden Antrag der SPD an: "Die Grundlage für die seiner zeitige Zustimmung der SPD zur Verlängerung der Start- und Landebahn ist durch die Rücknahme der Zusage der Stadt für die Tunnellösung nicht mehr gegeben. Unter diesen neuen Bedingungen wird die Verlängerung der Start- und Landebahn  abgelehnt.
"
Anlässlich der Sitzung des Stadtbezirksrats Bienrode-Waggum-Bevenrode vom 27.11.2007 wurde daher die Einwohnerfrage gestellt, was die Mitglieder des Stadtbezirksrats Kliesch (Bezirksbürgermeister) und Sehrt (Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt Braunschweig), beide Mitglied im Rat der Stadt Braunschweig, unternommen hätten, um den Beschluss des Stadtbezirks vom 8.6.2004 im Rat der Stadt Braunschweig durchzusetzen. Ergebnis:

Antwort Kliesch (CDU): "In anderen Gremien herrschen andere Mehrheiten."

Nachfrage: "Was haben Sie denn persönlich zur Durchsetzung des Bürgerwillens getan?"
Antwort Kliesch (CDU): keine Antwort.
Antwort Sehrt (CDU): unverständliches Gemurmel.

Fragesteller: "Ich stelle fest, Sie haben zur Umsetzung des Bürgerwillens nichts getan."
Antwort Stülten (SPD): "Ich habe mich der Stimme enthalten.

Herr Kliesch ist laut Beteiligungsbericht 2009 der Stadt Braunschweig Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH.

Herr Kliesch wird durch seine verehrte Frau Gemahlin Anne Kliesch nach Kräften unterstützt. Mit Hinweis auf einen nicht Anwesenden bei der ersten Landung des Airbus A320 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig meinte diese: "Wäre er - im Gegensatz zu zahlreich erschienenen SPD-Mandatsträgern aus dem Rat und Landtag - am Montag zur Landung des A320 erschienen, dann wüsste er auch, dass die Landung auf der zu kurzen Piste nur mittels einer Ausnahmegenehmigung, einer Beschränkung auf die nötigste Flugbesatzung und einen halb vollen Tank möglich war." (Neue Braunschweiger, 25.6.2006.)

Dagegen dürften Meldungen wie "Mit zwei Flugzeugen vom Typ Airbus A320 landeten etwa 200 Mitarbeiter der Düsseldorfer Fluglinie Blue Wings auf dem Flughafen in Waggum" (Braunschweiger Zeitung vom 23.4.2009, Seite 22) in diesen Kreisen wohl kaum eine Chance haben, der Wahrheitsfindung zu dienen.

Pressenotizen

08.01.2010: Rodungsarbeiten am Flughafen Braunschweig
10.01.2010: Naturschützer blockieren Rodungsarbeiten
10.01.2010: POL-BS: Ausbaugegner stören Arbeiten am Flughafen
13.01.2010: Konstantin Dedekind, Pfarrer - Der späte Aktivist
17.01.2010: Noch keine Zeit für Kreuze

Witz der Woche

Martin Winterkorn (Volkswagen AG) wurde wegen seiner Weitsicht geehrt ...

Januar 2010

Gegenwärtige Situation

Die Aktionsfelder gegen den immer unsinniger erscheinenden Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg wurden der gegenwärtigen Situation angepasst. Diese betreffen 1) Klagen und Verfügungen gegen den Planfeststellungsbeschluss und gegen dessen Umsetzung, 2) Auseinandersetzung mit der Rolle der Evangelischen Kirche (Größter Grundeigentümer der betroffenen Fläche) sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Volkswagen AG in diesem Geschehen, 3) Aktionen vor Ort und 4) das Vorgehen im politischen Bereich. Allen Beteiligten wird fortlaufend der Ernst der Lage verdeutlicht unter besonderem Hinweis auf die Diskrepanz zwischen deren Anspruch im Umweltschutz und den Auswirkungen des beabsichtigten bzw. unwidersprochen hingenommenen Flughafenausbaus. Die ehemalige Braunschweiger Monopolpresse spielt weiterhin die Rolle eines Hardliners, verschweigt beharrlich den Ausstieg des Landes Niedersachsen aus der Flughafengesellschaft wegen der Bedeutungslosigkeit des Flughafens und titelt unter Ignoranz der Bürgerbewegungen "Anfang Januar werden die Bäume für die lange Landebahn gerodet - Flughafen-Gesellschaft rechnet nicht mit großem Widerstand der Ausbau-Gegner".

Aktionen

Entsprechend der sich zuspitzenden Situation wurden die Aktionen der Bürgerbewegungen erheblich verstärkt:

Sperrung der Grasseler Strasse

Den meisten Bürgerinnen und Bürgern in und um Braunschweig wird erst langsam und möglicherweise jetzt zu spät bewusst, welche Belastungen auf sie durch die mit einem Flughafenausbau verbundene Sperrung der Grasseler Strasse zukommen: Primär sind ca. 10.000 Bürgerinnen und Bürger betroffen, die bei 220 Werktagen pro Jahr insgesamt 3,8 Mio. Kilometer Umwege fahren und damit einen Zeitverlust von 77.440 Stunden pro Jahr hinnehmen müssen. Hinzu kommen zusätzlicher CO2-Ausstoß, Fahrzeugverschleiß, Kraftstoffverbrauch und zusätzliches Verkehrsrisiko. Ganz abgesehen von den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadtteile Waggum, Bienrode, Kralenriede und Wenden, die eine Zunahme des Verkehrs - je nach Stadtteil - von 6.400 Fahrzeugen pro Tag über sich ergehen lassen müssen. Dankschreiben können Sie an die Braunschweiger CDU, FDP und SPD, die den Beschluss zum Ausbau des Flughafens unisono gefasst hatten, sowie an die Nds. Landesregierung richten.

Keine Ausgleichsmaßnahmen?

Es erscheint immer unwahrscheinlicher, dass Ausgleichsmaßnahmen für die beabsichtigte Fällung der 60.000 Bäume des Querumer Forsts geschaffen werden. Die Bürgerinitiative Braunschweig (BIBS) hat das Thema recherchiert und die Gründe offen gelegt.

Mahnungen an die ev. Kirche und an die Volkswagen AG

Es mehren sich die Mahnungen engagierter Bürgerinnen und Bürger an die Evangelische. Kirche und an die Volkswagen AG, der beabsichtigten Fällung der 60.000 Bäume des Querumer Forsts Einhalt zu gebieten oder zumindest ein Moratorium in dieser Angelegenheit zu erwirken. Dazu ist u.a. in der Welt von den Neujahrsbotschaften der Kirchen zu lesen: "Kirchen geißeln Materialismus-Gedanken".

Hierzu ein Kommentar:

"Entgegen allen offiziellen Beteuerungen zum Schutz der Umwelt sollen in Braunschweig Anfang Januar 2010 in einem hoch geschützten Natura-2000-, Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet 60.000 Bäume einer beabsichtigten Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg zum Opfer fallen. Dieses Vorhaben dient im wesentlichen der Bequemlichkeit des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Volkswagen AG, die dann einige Flüge mit maximalem Abfluggewicht ihrer eigenen Flugzeuge von Braunschweig aus statt vom benachbarten Flughafen Hannover aus durchführen können.

Größter Grundeigentümer der betroffenen Waldfläche ist der Braunschweigische Vereinigte Kloster- und Studienfonds mit einem Vermögen von fast 200 Millionen Euro, einem Teilvermögen der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK). Vizepräsident des Stiftungsrats der SBK ist Prof. Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Kirche Braunschweig.

Wann lassen die Bischöfe und Kardinäle ihren Neujahrspredigten nun auch Taten folgen und geben ihren Grundbesitz mit Gottes Schöpfung nicht weiter der Bequemlichkeit und Maßlosigkeit preis? "Wenn viele Menschen viele kleine Schritte gehen, kann sich das Gesicht der Erde verwandeln", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischöfin Margot Käßmann. Warum fängt sie also nicht im eigenen Hause damit an? Oder ist ihre Mahnung nicht doch nur eine der üblichen leeren Worthülsen?"

Kirche in Bayern gegen Flughafenausbau

Das Erzbistum München-Freising weigert sich, kircheneigene Grundstücke auf dem Gelände der geplanten dritten Startbahn des Flughafens München zu verkaufen. Warum streitet auch die ev. Landeskirche Braunschweig nicht ebenso mutig für ihre Bürger? Wann tut es Herr Landesbischof Prof. Dr. Weber Herrn Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx gleich? Sind Katholiken umweltbewusster als Lutheraner?

Neue Internetpräsenz "Querumer Forst"

Im Internet ist eine neue Präsenz "Querumer Forst" hinzugekommen, die der Betreiber mit folgenden Worten einleitet: "Herzlich Willkommen im Querumer Forst! Auf diesen Seiten möchte ich Ihnen zwei Dinge zeigen: Die Schönheit eines Waldes und die Verquickung von Naturschutzthemen mit offenbar eher wirtschaftlichen Interessen. Gegen den Ausbau des Flughafens Braunschweig hat es jahrelangen, heftigen Widerstand gegeben, aber juristisch ist das offenbar alles total in Ordnung. Insofern kann es auf diesen Seiten auch nur noch darum gehen, die Rolle der Beteiligten zu hinterfragen – und auf eine Umdenken zu setzen."

Mitwirkungsmöglichkeit durch Kommentare und Zeichnung von Petitionen

Der beabsichtigte Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg und die damit einhergehende Fällung von 60.000 Bäumen werden zunehmend ein Thema der Presse außerhalb Braunschweigs und von Petitionen. Sie haben dabei die Möglichkeit, das Geschehen zu kommentieren. Dies ist eine der Gelegenheiten, Ihren Bürgerwillen zu artikulieren und für den Erhalt der 60.000 Bäume einzutreten. Beispiele sind:

60.000 Bäume in Braunschweig retten
thepetitionsite.com

60000 alte Bäume sollen gefällt werden
greenaction.de

Kirchen geißeln Materialismus-Gedanken
Welt Online

Weihnachtsmärchen von VW
https://taz.de/Oekosuenden/!5150411&s=Weihnachtsm%C3%A4rchen+von+VW/

Wir kämpfen weiter um unsere 60.000 teilweise über 200 Jahre alten Bäume im Querumer Forst, die für eine Startbahnverlängerung gefällt werden sollen.
https://www.gartenfreunde.de/forum/?topic=31813.0

Umweltpreisträger pflanzen 100 Bäume in der Allerniederung
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VW-Umweltpreisträger pflanzen 100 Bäume in der Allerniederung
FOCUS-online

60.000 Bäume fällen für VW?!
Der Motz-Blog!

Braunschweiger Fluggesellschaft "Air Taxi Europe" stellt Flüge von Erfurt nach Hamburg ein

Die Braunschweiger Fluggesellschaft "Air Taxi Europe" pendelte montags bis freitags zweimal täglich zwischen Hamburg und Erfurt. Nach nur vier Monaten stellte die Gesellschaft diesen Betrieb mangels ausreichender Auslastung wieder ein. Nachrichten:
Letzter Flug von Erfurt nach Hamburg
Hamburg verliert Linienflug nach Erfurt.
Air Taxi Europe stellt Erfurt-Hamburg ein.

Fluglärm macht krank

Eine Studie, in der mehr als eine Million Krankenkassen-Daten ausgewertet wurden, bestätigt: Bei Flughafenanwohnern gab es mehr Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs.

Vorstellung der neusten Studie im ZDF: CO2-Bilanz: ein Baum = ein Auto

von Christian Mann
Ich habe auf der Seite
http://www.sdw.de/
nachgeschlagen und mit der Angabe, dass ein durchschnittlicher Baum 6 kg CO2 am Tag verbraucht, und mit der Annahme, dass ein Auto im Schnitt 160 g CO2 pro km produziert, bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass bei einer jährlichen Fahrleistung von 13.678 km ein Baum ein Auto aufwiegen kann (die Produktion des Autos kommt in der Rechnung nicht vor).
CO2-Bilanz: ein Baum = ein Auto und 60000 Bäume = 60000 Autos.

Zuletzt inhaltlich überarbeitet: 22.03.2010