Nach sieben Monaten Baustelle: Erstmals Bauschild

Sieben Monate hatte man 33 ha Wald gerodet, ca. 50.000 cbm Erde bewegt und wochenlang die Bevölkerung mit Baustellenverkehr, Staub, Lärm und Abgasen Tag und Nacht mit einer vermutlich illegalen - weil ohne gesetzlich vorgeschriebenes Bauschild gekennzeichneten - Baustelle "Flughafenausbau" auf die Palme gebracht. Auf eine diesbezügliche Anfrage im Rat der Stadt Braunschweig am 11. Mai 2010 antwortete deren Erster Stadtrat Lehmann: "Es handelte sich bisher noch nicht um Baumaßnahmen, sondern um vorbereitende Maßnahmen, also keine Baumaßnahmen im Sinne der Niedersächsischen Bauordnung, und deshalb sind die von Ihnen angeführten Erfordernisse zur Zeit auch nicht notwendig und deshalb mussten auch keine Schritte eingeleitet werden."

Mitte Juli 2010 inmitten des größten Lärms und Staubs tauchte dann an der Baustelle ein Bauschild auf, das nun endlich bestimmungsgemäß den Vorhabensträger (Bauherrn) ausweist:

Bauschild Flughafen
Quelle: www.waggum.de

Ratsmitglieder dürften sich - sofern sie der Flughafenausbau überhaupt interessiert - beim Betrachten des Bauschilds die Augen gerieben haben. Dort steht:  "Hier entsteht, gefördert durch die Bundesregierung, die Erweiterung des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg". Also nicht, wie von der Stadt Braunschweig lange Zeit propagiert, gefördert durch die Europäische Kommission? Und aus welchem Grund fördert nun die Bundesregierung? Hängt damit der Ausstieg der Volkswagen AG aus der Flughafengesellschaft zusammen? Erste Reaktionen im Rathaus: "Verwaltung beim Lügen erwischt" und "Statt darüber zu informieren, hat die Stadtspitze in dieser Frage eine haarsträubende Desinformationspolitik betrieben."