Bürgerinitiativen Flughafen Braunschweig-Wolfsburg gegen die Startbahnverlängerung des Flughafens

In Kooperation mit  BIBS-Fraktion, Braunschweig-Online, Querumer Forst, Waggum, Waggum-Online


Gegenwärtige Situation


Gegenwärtige Situation

Die im Januar 2010 begonnenen, täglichen Demonstrationen für einen Stopp der aufgrund mangelnden Bedarfs unbegründeten und damit unsinnigen Verlängerung der Start-/Landebahn des Flughafens aus Prestigegründen zum Nachteil von Umwelt und Natur, der betroffenen Bürgerinnen und Bürger und Steuerzahler sowie gegen andauernde und neue Rechtsverstöße im Querumer Forst werden unvermindert weitergeführt.

Die Europäische Kommission hatte bereits am 24. September 2008 auf eine Eingabe der Bürgerinitiativen mitgeteilt, dass "noch stets nicht beabsichtigt sei, den geplanten Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg aus Strukturfondsmitteln zu kofinanzieren." Mit einem weiteren Schreiben vom 20. August 2009 hatte die Europäische Kommission den Bürgerinitiativen diese Position bestätigt. Dessen ungeachtet hatte Lehmann aber noch am 23. Juni 2009 konstatiert: "Wir erwarten von der EU 11,5 Millionen Euro für diesen beabsichtigten Ausbau des Flughafens." Am 16. April 2010 meinte dann Lehmann: "Ende letzten Jahres hat das Land erstmalig im Rahmen einer Besprechung erklärt, dass keine EU-Mittel, sondern nur noch GA-Mittel eingesetzt werden sollen. Eine schriftliche Erklärung des Landes hierzu gibt es nach wie vor nicht." Wie dem auch sei, die erwarteten 11,5 Mio. Fördermittel der EU sind futsch.

Am 5. Juni 2010 wurde das 150. Jubiläum der Waldspaziergänge, die u.a. der Inspektion und Dokumentation des Geschehens im Querumer Forst dienen, mit einer Party am Ende der Start- und Landebahn in Richtung der geplanten Verlängerung begangen. Gleichzeitig wurde damit eindringlich wie an jedem Tag an die wegen des Flughafenausbaus beabsichtigte Schließung der wichtigen Verkehrsverbindung Grasseler Strasse erinnert. Eine derartige Schließung steht bevor, weil sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die Volkswagen AG bei Gericht mit ihrer Forderung einer Startbahnverlängerung quer über die Grasseler Strasse durchsetzen konnten. Bürgerinnen und Bürger würden dabei ohne eine Unterführung der Grasseler Straße auf Jahrzehnte die Kosten für ca. 3,8 Mio. Umwegkilometer und ca. 77.400 Stunden Fahrwegverlängerung pro Jahr tragen müssen. Sie sind wieder einmal die Leidtragenden kapitalgetriebener Expansion.

Die Stadt Braunschweig ist die treibende Kraft des Flughafenausbaus. Die Stadt ist die alleinige Gesellschafterin der Struktur-Förderung Braunschweig GmbH (eine 1-Mann-Gesellschaft), die Vorhabensträgerin des Ausbaus ist. Diese wiederum beauftragt die Flughafen Braunschweig-Wolfsburg GmbH. Die Flughafengesellschaft hat ihrerseits die Eigentümerin der betroffenen Fläche, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK), mit der Fällung und Rodung des betroffenen Naturschutzgebiets beauftragt.Vorsitzender der SBK ist OB Dr. Hoffmann, Stellvertretender Vorsitzender ist der wegen einer Reisekostenaffäre zurückgetretene ehemalige Nds. Ministerpräsident Glogowski und weiterer stellvertretender Vorsitzender ist der Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Prof. Weber.

Obwohl in der Zwischenzeit mehrere Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen erstattet worden sind, beharren diese auf ihren Positionen:
Zur Erinnerung: der Ausbau des Flughafens wurde von den Ratsfraktionen der CDU, FDP und SPD in Gang gesetzt. Sie sind verantwortlich als Auftraggeber der Verwaltung und aller nachgeordneten Stellen für das Geschehen und für die Zustände im Querumer Forst, der mittlerweile einem rechtsfreien Raum zu gleichen scheint.

Mit dem Auffinden des Eremiten (Osmoderma eremita) durch Naturschützer am 17.5.2010 und mit der Bestätigung des Funds durch die Flughafengesellschaft ist eine neue Situation eingetreten. Nun ist eine hoch geschützte prioritäre Spezies in einem der Europäischen Kommission gemeldeten Natura 2000-Gebiet festgestellt worden. Ausnahmen bei  Natura-2000-Gebieten sind aber a) außerordentlich eng begrenzt und b) hätte für eine Ausnahmegenehmigung über das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Stellungnahme der EU-Kommission eingeholt werden müssen. Die Bürgerinitiative Waggum hat daraufhin eine Beschwerde bei der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission eingelegt.

Die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger lauten weiterhin unverändert:

Stopp der Startbahnverlängerung!
Renaturierung der ruinierten Flächen!
Unterführung der Grasseler Strasse!
Ausbau der Forschung ohne Startbahnverlängerung!

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Zuletzt überarbeitet: 03.07.2010
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