Stadt und Region Braunschweig bald ein Verkehrslabor der Konzerne?
Die Bürgerinnen und Bürger Braunschweigs wehren sich gegen
eine Verlängerung der Start- und Landebahn des Braunschweiger
Flughafens. Gründe sind u.a. mangelnder Bedarf,
Steuergeldverschwendung, Prestigegebaren und jahrzehntelange
Umwegfahrten durch die beabsichtigte Sperrung der wichtigen
Verkehrsverbindung Grasseler Strasse. Außerdem wird ein
zunehmendes Unverständnis für die Bedürfnisse und
Ansprüche der Bevölkerung nach mehr Mitbestimmung und
Demokratie in generellen Fragen der Daseinsvorsorge beklagt.
Als ob dies alles nicht bereits schlimm genug wäre, sollen nun
weitere Belastungen auf die Bevölkerung zukommen: Die Stadt
und die Region Braunschweig sollen in Zukunft zu einem umfassenden Labor für
Verkehrs- und Mobilitätsforschung werden.
Neuartige Maßnahmen und Technologien
für mehr Sicherheit und einen reibungslosen Verkehrsablauf sollen
auf den Strassen Braunschweigs und in der Region erprobt werden, bevor
sie überall zum Einsatz kommen. Großkonzerne wie das
Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie die Volkswagen AG
möchten also die von Steuergeldern bezahlte und unterhaltene
Infrastruktur nutzen, um Produkte für zukünftige Gewinne zu
erproben. Gerade so, als ob unsere Strassen nicht bereits hoch
belastet, vielfach unsicher und teilweise in einem miserablen Zustand
sind. Die Bürgerinnen und Bürger wurden wieder
einmal nicht befragt - sie könnten die Vorstellungen der
Konzerne ja stören.