Heathrows dritte Landebahn über Bord geworfen
Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,
diese Nachricht ist gerade rein gekommen. Ein toller Erfolg unserer
Freunde in London.
http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2010/05/13/heathrow-s-3rd-runway-jettisoned-115875-22254683/
http://www.getsurrey.co.uk/news/s/2071072_no_new_runways_pledge_for_heathrow_and_gatwick
Es zeigt sich, dass es für die Menschen in westlichen Demokratien
durchaus möglich ist, sich friedlich gegen Fehlentwicklungen im Staat
durchzusetzen. Sicher sind die rechtlichen Voraussetzungen in UK ein
wenig anders. Selbst wenn wir den Wald von der Stadt Kelsterbach hätten
kaufen wollen oder gekauft hätten, durch die vorzeitige
Besitzeinweisung hätte das nichts am Baufortschritt der Fraport
geändert.
Aber die hessische Landesregierung und Fraport haben nur in der ersten
gerichtlichen Instanz in Bezug auf ein paar ausgewählte Musterklagen
weitgehend gewonnen. Das dieses Gericht nicht anders entscheidet, war
uns allen von Anfang an klar. Unsere Rechtsanwälte haben in diesem
ersten Prozess die richtigen Maßnahmen ergriffen, auf deren Basis sie
die Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht beantragt haben. Auch
nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Kassel ist der
Rechtsweg für die Musterkläger noch lange nicht ausgeschöpft. Erst wenn
die Urteile über die Musterklagen in letzter Instanz gefallen und
rechtskräftig sind, wird der Verwaltungsgerichtshof Kassel versuchen
alle weiteren der ca. 260 Klagen auf dem Verwaltungsweg zu erledigen,
was nur möglich ist, wenn diese Fälle mit den entschiedenen Fällen
identisch sind - was kaum zu erwarten ist.
Alles was Fraport jetzt in die Nordwest-Bahn investiert, wird verloren
sein, wenn auf Grund einer einzigen der ca. 260 Klagen, der
Planfeststellungsbeschluss von einer gerichtlichen Instanz
rechtskräftig verworfen wird. Dann muss sogar das Gelände, in deren
Besitz die Fraport vorzeitig eingewiesen worden ist, im übernommenen
Zustand (Wald) an die Eigentümer zurück gegeben werden. Na super -
Fraport kann ja heute schon kaum die Zinsen für die aufgenommenen
Gelder für den Ausbau bezahlen.
Zitat einer Veröffentlichung der Fraport am 11.5.2010:
Das Konzernergebnis schrumpfte von 20 Millionen Euro im
Vorjahreszeitraum auf nur noch 4 Millionen Euro.... Auf den Gewinn
drückten vor allem die steigenden Zinsaufwendungen für den Ausbau des
größten deutschen Flughafens, der eine neue Landebahn und weitere
Abfertigungsstätten erhält.
Dabei sind die Kosten und Verluste, die von der Bevölkerung und
Gesellschaft zu tragen sind, überhaupt noch nicht berücksichtigt. Hier
kann nur wiederholt werden, was Prof. Thießen in seiner Studie "Der
Nutzen großer Flughäfen" im übertragenen Sinn geschrieben hat:
"Hub's (große Umsteigeflughäfen) gehören nicht in dicht
besiedelte Regionen."
Fraports Hauptkunde Lufthansa wird nicht bereit sein diese Kosten durch
Gebührenerhöhungen zu tragen. Bleibt nur die Kosteneinsparung auf dem
Rücken der Mitarbeiter. Entlassungen und Ausgliederungen sind
vorprogrammiert bzw. bereits vollzogen.
Mit freundlichen Grüßen
Dietrich Elsner
Sprecher des Arbeitskreis Fluglärm Mainz Lerchenberg